Michael: Von Eifersucht und Verlustangst zu stabilem Selbstwert und einer glücklichen Beziehung

PSYCH-K® Eifersucht

1. Sitzung: Sicherheit und Geduld

Michael ist 34 Jahre alt und von Beruf Schreiner. Er sucht mich auf, weil er mit seiner Ehefrau, mit der er seit zehn Jahren zusammen ist, ständig aus Eifersucht streitet. Er fühlt sich von ihr abgelehnt und hat grosse Angst, sie zu verlieren. Deshalb hat er sogar einmal ihr Telefon kontrolliert. “Seitdem ekle ich mich vor mir selbst”.

Er erzählt mir: “Als ich vor zehn Jahren mit meiner Frau zusammen kam, lebte sie in einer langjährigen Partnerschaft. Sie trennte sich von ihrem damaligen Partner, um mit mir zusammen zu sein.”

Dass sie damals ihren Partner nach sieben Jahren Beziehung verlassen hat, beunruhigt Michael sehr: “Vielleicht würde sie auch mich verlassen, wenn sie jemand anderen kennenlernt? Vor einigen Tagen sah ich meine Frau mit einem Mann spazieren. Ich fragte sie, ob sie etwas mit einem anderen Mann habe, aber sie verneinte das. Trotzdem mache ich mir große Sorgen … Eigentlich komme ich nur runter, wenn meine Frau bei mir ist, wenn wir zusammen sind und ich mit ihr sprechen kann. Das beruhigt mich dann etwas.”

Als ich Michael frage, wie es ihm ansonsten in seinem Leben gehe, antwortet er: “Ich habe das Gefühl, ständig im Hamsterrad zu laufen, bin es leid, bin müde davon. Mir fehlt der Lebensfunken. Von meinen beiden kleinen Kindern fühle ich mich zeitlich aufgefressen.”

Zusammen erarbeiten und balancieren wir u.a. folgende Zielaussagen:

  • Ich bin sicher.
  • Ich bin geduldig mit meinen Kindern.
  • Ich habe soziale Fähigkeiten.
  • Ich vertraue meiner Frau.

Für Michael als Mann der Tat ist es wichtig, schnelle Ergebnisse zu sehen. Damit sich Zielsetzungen manifestieren können, ist es notwendig, Aktionsschritte zu unternehmen – Schritte, die er jetzt, nachdem sein Stress transformiert ist, in seinem Alltag leicht umsetzen kann. Er wählt folgende:

  • Ich warte, bis meine Frau mich anruft.
  • In Gesprächen mit anderen atme ich tief und beobachte erst, bevor ich agiere und spreche.

Es ist immer empfehlenswert, nach einer erfolgreichen Balance noch mindestens eine konkrete Aktion zu vereinbaren.

2. Sitzung: Liebe und Respekt

Michael entscheidet sich, in zwei Wochen zu einer zweiten Sitzung zu kommen.

Er ist ärgerlich auf seine Frau und grollt ihr. Wir transformieren den Ärger und erarbeiten und balancieren folgende Zielaussagen:

  • Wenn man mich wählt, stelle ich mich der Situation und nutze sie.
  • Ich fühle mich sehr von meinen Liebsten geliebt und bin mit ihnen verbunden.
  • Es fällt mir leicht, von anderen Liebe zu erhalten.
  • Ich bin tolerant und respektvoll mit anderen Menschen.

Er wählt folgende Aktionsschritte:

  • Ich vermeide Kritik an anderen.
  • Ich besuche meine Eltern und Brüder.
  • Ich verabrede mich zu einem Treffen mit Freunden.

Als ich ihn am Ende der Sitzung frage, wie es ihm jetzt gehe, meint er: “Ich fühle mich jetzt ruhiger. Und auch fähiger, insgesamt. Es ist gut, diese Aktionsschritte zu haben.”

3. Sitzung: Selbstvertrauen und Selbstverantwortung

Nach zwei Wochen kommt er zu einer dritten Sitzung. Er fühlt sich deutlich besser und ist stolz auf sich, weil es ihm leicht fiel, die Aktionsschritte umzusetzen.

Wir arbeiten weiter an seiner Eifersucht und er formuliert u.a. folgende Zielaussagen:

  • Ich respektiere mich und fühle mich von meiner Frau und anderen respektiert
  • Ich vertraue mir selbst und verhalte mich meiner Frau gegenüber tolerant
  • Ich habe eine offene und flexible Persönlichkeit
  • Ich fühle mich sicher und beschützt

Nach den Balancen fühlt er sich ruhig und voller Zuversicht.

Als Aktionsschritte beschliesst er:

  • Nicht mehr mit seiner Frau über den anderen Mann zu reden
  • Sich vor jedem Handlungsschritt zu fragen, ob er ihn für jemand anderes oder für sich selbst macht und dementsprechend zu agieren.

Am Ende der Sitzung vereinbart er einen vierten Termin mit mir, weil er merkt, wie gut die Balancen ihm tun und weil er weiter an seinem Selbstvertrauen arbeiten möchte.

4. Sitzung: Gefühle fühlen – Freude schenken

Zwei Wochen später hat sich Michaels Befinden weiter verbessert.

In dieser Sitzung erarbeiten wir Zielaussagen wie:

  • Ich bin der wichtigste, attraktivste und unterhaltsamste Mann für meine Frau
  • Ich bin sensibel, verletzlich, flexibel und bescheiden, akzeptiere es meine Emotionen und die anderer zu fühlen und wage es zu lieben.
  • Ich lasse die Hirngespinste meiner Vergangenheit los und öffne mich neuen Gedanken und Überzeugungen für die Zukunft.
  • Ich fühle mich von meiner Mutter akzeptiert und geliebt.
  • Ich bin glücklich.

Als Aktionsschritte wählt er, seine Frau jeden Tag einmal zum Lachen zu bringen, mit anderen emphatisch zu sein und wirklich zuzuhören.

5. Sitzung: Die guten Kräfte im Leben verankern

Dies ist Michaels letzte Sitzung bei mir. Er hat inzwischen wesentlich mehr Selbstvertrauen und kann mittlerweile glauben, dass seine Frau mit ihm zusammen ist und zusammen sein will.

Wir balancieren u.a. folgende Zielaussagen:

  • Ich habe Weisheit und Spiritualität, Ruhe, Gelassenheit, Liebe, inneren Frieden, Freude und Freiheit.
  • Ich habe Anteilnahme und Verständnis
  • Ich bin mir der Dinge bewusst und weiss, was ich brauche.

Nach den Balancen beschließt Michael, ein gemeinsames Wochenende allein mit seiner Frau zu verbringen. Außerdem will er jeden Tag 10 Minuten meditieren.

Er verlässt meine Praxis glücklich und voller Zufriedenheit.

Als wir vor zwei Monaten nochmals telefonieren, erzählt er mir, dass er jetzt viel mehr Selbstwertgefühl hat, auf seine Bedürfnisse achtet und sich von seiner Frau geliebt und angenommen fühlt.